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Die Dorfgeschichte - Teil 1

Die Dorfgeschichte - Teil 2

Die Dorfgeschichte - Teil 3

Die Dorfgeschichte - Teil 4

Die Dorfgeschichte - Teil 5

Die Dorfgeschichte - Teil 6

Die Dorfgeschichte - Teil 7

Die Opfer der Weltkriege

Ein kleiner Beitrag zur Dorfgeschichte

Teil 4   ( 1810 bis 1900 )

     
Die nun herzogliche Domäne des Fürsten zu Anhalt-Bernburg wurde auch weiterhin verpachtet. Die Bewirtschafter der Komturei /Domäne waren:

- Amtmann Johann Gottlieb Arnhold ab Johannis ( 24.Juni ) 1805 bis 1811. In seine Amtszeit fiel die Übergabe der Deutschordenskomturei an das anhaltische Herzogshaus zu Bernburg.

- Seit 1811 Amtsrat Carl Friedrich Zuckschwerdt, der sich seit 1825 Oberamtmann und später sogar Amtsrat nennt.

Foto: R. Hummel
Carl Friedrich Zuckschwerdt,

  * 13. Juli 1786 des Morgens gegen 3 Uhr  zu Magdeburg - † 12. Januar 1861 zu Burow (Buro). Bei seiner Geburt wären seine Mutter und er fast gestorben. Die Taufe fand dann am 26.Juli 1786 statt. Carl Friedrich erhielt den Pachtvertrag über die Domäne in Buro am 24. Januar 1811.
Am gleichen Tag verlobte er sich noch. Er reiste am 18. Juni 1811 nach Buro, um das Amt zu übernehmen. Hier  fand er durch Hagelschlag verwüstete Roggenfelder vor. Dadurch verzögerte sich sein Hochzeitstermin  auf den Spätherbst.
Carl Friedrich Zuckschwerdt heiratet am  21.11.1811 Caroline Henriette Albertine Braune in Laublingen, Tochter des dortigen  Oberamtmanns, * 20.11.1784 in Beesenlaublingen / südl. Bernburg  - † 1864 in Dessau und in Buro beerdigt. Seinen Ehekontrakt hatte 1811 noch der jüngste Bruder Napeleons I., Jerome Bonaparte, unterschrieben. Über Caroline Henriette Albertine ist nur bekannt, dass sie in Buro ein strenges Regiment geführt hat und gefürchtet gewesen sein soll. Carl Friedrich Zuckschwerdt hatte in seinen Stallungen der Domäne in Buro 75 Kühe stehen. Er achtete darauf, dass diese von einer Rasse sind. Im Alter erblindete er an Linsentrübung, so dass er  täglich eine Vorleserin aus Coswig kommen ließ. Als Alterssitz hatte er sich zwar in Coswig ein hübsches Haus mit Hof, Stallungen, Gewächshaus und Garten an der Elbe gekauft, welches es er aber nie bewohnt hatte.
Aus der Ehe sind acht Kinder hervorgegangen. 

(Quelle: Aus den Überlieferungen von Frl. Edith Zuckschwerdt, einer Enkelin von C. F. Zuckschwerdt.)
Gedenktafel auf dem Friedhof der Ordenskirche in Buro.

Caroline Henriette  Zuckschwerdt,

* 4.Juli 1815 - † 8.Nov. 1889 . Sie heiratete am 27. Juli 1837 in Buro Adolf Gotthilf Zuckschwerdt, Pastor in Greene und dann in Naënsen.
Beide hatten fünf Kinder miteinander. Bereits einen Sohn hatte Adolf Gotthilf aus 1. Ehe  mit Herm. Henning, einer Arzttochter aus Coswig.

- Seit mindestens 1871 Amtmann Heinrich Andreas Trittel Pächter hier in Buro.

- Ab 1883 bis 1905 wird Paul Trittel als Herzoglicher Domänenpächter genannt.

 Ein kleiner "Ausflug" in die Genealogie - von Braunbehrens bis Lattorff und Trittel
- Johann Andreas Vollrath Braunbehrens, Herzogl. Köthen`scher Amtsrat, Rittergutsbesitzer zu Giersleben, * 13.06.1743 in Opperode bei Ballenstedt - † 26.02.1815 in Güsten / Anh. und der Johanna Sophie Dorothea Wagner a.d.H. Zeitz, * 18.05.1757 in Zeitz bei Belleben a.d Saale - † 28.05.1797 in Giersleben / Anhalt. - Johann Christian Wagner, Kgl preuss. Oberamtmann, Pächter von Marienborn, * 03.03.1763 in Blankenburg / Harz - † 15.01.1849 in Zellin a.d. Oder, heiratet am 07.03.1797 in Quedlinburg Sophie Friederike Christiane Schacht, * 09.02.1778 in Quedlinburg - † 18.07.1810 in Marienborn, Tochter des Johann Gerhard Schacht, Kaufmann, * 24.07.1738 in Quedlinburg - † 02.03.1785 in Quedlinburg und der Marie Elisabeth Haupt, * 05.11.1744 in Quedlinburg - † 31.08.1784.
Kinder: - Carl Friedrich Andreas Braunbehrens, Herzogl. Anhalt. Bernburger Amtsrat, Pächter von Schloß Dominium, Ilberstedt, Schackenthal, Rittergut Hecklingen, Erbherr auf Willerode, *  09.04.1794 in Giersleben - † 02.05.1862 in Willerode bei Mansfeld, heiratet am 14.08.1834 in Klingen bei Sondershausen Auguste Friederike Luise John, * 07.07.1811 in Sondershausen - † 07.06.1874 in Bernburg, Tochter des Friedrich Wilhelm Christoph John, Landwirt und Frstl. Schwarzenburg. Hof- und Regierungsrat, Konsistorialrat, *  29.09.1777 in Sondershausen - † 22.11.1819 in Sondershausen, heiratet am 04.09.1808 in Groß-Bodungen Wilhelmine Caroline Luise Gottschalk, * 16.04.1789 in Sondershausen - † 07.08.1866 in Willerode. Kinder: - Johann Ferdinand Wagner, * 18.03.1803 in Marienborn - † 04.03.1879 in Warmsdorf bei Güsten / Anhalt, heiratet am 18.07.1831 in Gr.-Bartensleben Aurelie Curtius, * 09.04.1813 in Braunschweig - † 24.12.1888 in Warmsdorf, Tochter des Heinrich Karl Curtius, Domänenpächter und Oberamtmann in Groß-Bartensleben, * 12.02.1776 in Braunschweig - † 01.07.1830 in Groß-Bartensleben, und der (Heirat 1801) Henriette Conradine
Dorothee Mylius, * 15.02.1782 in Wolfenbüttel - † 30.08.1844 in Heimburg / Harz, Tochter des Julius August Mylius, Dr. jur., Hof- und Gerichtsadvokat, Bürgermeister in Wolfenbüttel, * 09.04.1746 in Wolfenbüttel - † 07.10.1793 in Wolfenbüttel, und der (Heirat am 04.05.1779) Auguste Henriette Charlotte Knittel, * 17.01.1761 in Wolfenbüttel - † 17.11.1842 in Blankenburg / Harz.
Kinder: - Marie Luise Braunbehrens, * 17.06.1842 in Schackenthal bei Giersleben - † 26.05.1918 in Warmsdorf.
- Christian Heinrich Anton von Braunbehrens, * 09.11.1792 in Giersleben  - † 21.06.1859 in Giersleben, heiratet Charlotte Walter, * 22.04.1792 in Giersleben - † ?. Kinder: - Hartwig Wilhelm Gustav Karl von Wagner, Herr auf Giersleben, Anhaltischer Geheimer Ökonomierat, Vizepräsident des Anhaltischen Landtages, * 26.06.1835 in Groß-Bartensleben - † 14.11.1920 in Warmsdorf, heiratet  am 27.07.1862 in  Bräunrode am Harz  Marie Luise Braunbehrens, * 17.06.1842 in Schackenthal - † 26.05.1918 in Warmsdorf.
(von Wagner - anhalt. Adel, Dessau 26.06.1915)
Kinder: - Theodor Karl Anton von Braunbehrens, * 23.03.1827 in Giersleben 09.05.1887 in Dessau, heiratet am 29.12.1858 in Klieken Marie Louise Anna von Lattorff, Tochter des Hermann Lebrecht Hans von Lattorff, Herr auf Klieken Unterhof, Kgl. preuss. Major, Forstfachmann, * 30.05.1809 in Klieken - † 23.02.1864 in Klieken, und der Mathilde Auguste Krause, * 14.09.1807 in Wolmirstedt - † 15.02.1903 in Köthen.

Siehe: 

   http://buro-klieken.de/Lattorff.htm
Kinder: - Richard Ludwig Wilhelm Ferdinand von Wagner, Rittergutsbesitzer in Giersleben /Anh., Domänenpachter, Herzogl. Anhaltischer Amtsrat, Vorstandsmitglied der Zuckerfabrik Warmsdorf, Kgl. preuss. Rittmeister der Res., * 13.07.1863 in Warmsdorf bei Güsten / Anh. - † 06.08.1916 in Giersleben, heiratet am 23.03.1889 in Ilberstedt Emma Adolfine Ottilie Weibezahl, * 21.05.1867 in Ilberstedt- †19.03.1950 in Bad Kissingen, Tochter des Adolf  Weibezahl, Domänenpächter und Geheimer Ökonomierat und der Emma Böckelmann.
Kinder. - Annemarie Margarete Elly von Wagner, * 10.05.1892 - † ?, heiratet am 10.05.1911 in Giersleben Rudolf Trittel, schloß  im August 1902 den Besuch der Forstlichen Hochschule Tharandt in Sachsen mit Erfolg ab, war Forstmeister, später Oberforstmeister in Nedlitz bei Zerbst, Hauptmann der Res., * 20.12.1878 in Buro / Anhalt - März 1946 im Speziallager Nr.1 des NKWD in Mühlberg a.d. Elbe, Sohn des Paul Trittel, Domänenpächter in Buro (bis ca. 1900 Burow).
Kinder. - Rudolf Trittel, seit 01.04.1944 Oberstleutnant, Kommandeur des Inf.-Rgt. Nr. 9, * 18.06.1913 in Magdeburg - 18.05.1945 in Castrup bei Vordingborg / Dänemark im Kriegslazarett, heiratet am 30.01.1943 auf Salmuthshof bei Güsten / Anhalt Gisela Salmuth, * 24.08.1919 in Bernburg - † ?, Tochter des Friedrich  Gustav Anton Ludwig Heinrich Salmuth, Herr auf Salmuthshof bei Güsten, Rittergutsbesitzer, * 15.06.1880 auf Salmuthshof - 1946 od.47 im Speziallager Nr. 2 des NKWD in Buchenwald, und der (Heirat am 22.03.1916 in Altendorf) Irmgard Scheidemann, * 01.07.1895 in Allersheim - † 16.02.1984 in Bevern.
 



- Hauptmann Zeitz  (hier könte es sich um ein Mitglied der Domänenpächter-Familie Rabe aus dem Hause Zeitz bei Belleben handeln)

- von 1911 bis 1945 Oberamtmann Philipp Bennecke, * 28.04.1882 in Unseburg - 23.03.1946 im Speziallager Nr. 10  des NKWD in Torgau a.d. Elbe.

Aus einem Cammer-Vertrag mit Datum vom 3. April 1811 geht hervor, daß die 2 Anspänner und 11 sogenannten Bauern in Buro unter allen Untertanen im ganzen Lande die am meisten begünstigten bezüglich der Abgaben sind. Ihre Entrichtungen betrugen zusammen nicht mehr als:

- 14 Taler, 1 Groschen , 5 Pfennige

- 14 Taler Steuer,

- 14 Taler Wiesenzins

Dagegen besitzen sie außer den Häusern und Gehöften mit Garten 66,75 Morgen Acker ohne Pacht und 22 Morgen Wiesen. Für 122 Morgen Heide oder Sand wird eine geringe Pacht entrichtet. Sie sind berechtigt, auf jedes Haus 2 Ochsen, 2 Pferde, 2 Kühe und 2 Stück junges Vieh auf die Weide zu bringen, wozu ihnen ein eigener Hutungsplatz zugewiesen ist. Darüber hinaus bekommen sie aus dem Buroer Forst jährlich die benötigte Menge "freye Feuerung". Die zwei Anspänner sind dem herschaftlichen Pachtgute zu gar keinen Dienst verpflichtet. Sie wurden nur für Fuhren im Zusammenhang mit Reparaturen am Schulgebäude und des Weges in der Aue herangezogen. Daraus ist ersichtlich, daß es hier in Buro, im Gegensatz zu Klieken, zu diesem Zeitpunkt schon Klein- und Mittelbauern gab.

1819 erhoben die 11 auf dem Gut dienstpflichtigen Kossaten beim Justizamt Klage. Georg Heinze, Michael Hübner, Gottlieb Seide, Christian Schwarzkopf, Andreas Murock, Georg Loth, August Kracht, Christian Pfennigsdorf, Andreas Kählitz, Christian Mahlo (später Gottfried Heinze), und Andreas Held klagten mit folgender Begründung:


Wenn zu Michaelis die Ernte vorbei ist, geht das Dreschen um den 14. Scheffel an (13 Scheffel bekam der Amtmann und der 14. Scheffel war der Lohn für das Dreschen).3/4 Jahre, von Michaelis (29. September)bis Johanni (24.Juni), müssen dann die Männer 40 und die Frauen 20 Hofdiensttage unentgeltlich verrichten. Wir verrichten diese Zwangsverbindlichkeiten seit vielen Jahren und weigern uns dessen nicht. Da aber unsere Güter nicht so beschaffen sind, daß wir davon leben können, so haben wir, wie unsere Vorfahren, wenn es unsere häuslichen Umstände gestatten, auf der Domäne als Tagelöhner mitgearbeitet. Vom Amtmann darf aber kein Zwang ausgeübt werden wegen des billigen Lohnes. Wenn wir alle Tage aufgefordert werden zum Hofdienst zu kommen, dann müssen unsere Wirtschaften zugrunde gehen. Wir wären dann auch nicht imstande, unsere herzoglichen Abgaben zuleisten.

Der Scheffel war ein Hohlmaß, das in Deutschland sehr unterschiedlich groß war. Ein preußischer Scheffel (54,34 Liter), der hier wahrscheinlich angewendet wurde, entsprach in etwa 40 kg Roggen, 40kg Weizen, 35 kg Gerste oder 25kg Hafer. Ursprünglich war der Scheffel die Getreidemenge, welche für die Aussaat auf einen Morgen Acker ausreichend war. Geerntet wurde die 3 - 4 fache Aussaatmenge. Die Größe eine Morgens schwankte aber auch sehr stark und wurde erst um 1868 / 72 mit Einführung der metrischen Maße auf 2500 m² festgelegt. Ursprünlich war es die Fläche, die ein Ochsengespann im Laufe eines Vormittags umpflügte. Je nach Gangart der Ochsen konnte das zwischen 25 und 36 Ar schwanken. (Ein Ar sind 100 m²). Auch die Angabe des Flächenmaßes in Hufen kann nur schwer genau umgerechnet werden. Eine „Flämische Hufe“ entsprach 16 -17 ha„ und eine Hufe in Thüringen und Franken etwa 12 ha.

Der Amtmann gab zu, daß die Bezahlung zwar gering sei, er habe aber die Domäne unter diesen Bedingungen gepachtet. Schließlich einigte man sich dahingehend, daß der Tagelohn im Sommer für die Männer 4 Ggr. betrage und der Amtmann billige Rücksicht auf dringende Abhaltungen nehmen werde, wenn die Bestellung zu drückend für die Bauern ist. Die Beschwerde wurde als unstatthaftes und unbilliges Gesuch abschlägig bewertet, also abgelehnt.

In der " Geschichte und Beschreibung des Landes Anhalt " von 1833 hat Buro 24 Häuser und 260 Einwohner. Die Häuser und Stallungen waren damals, für heutige Verhältnisse, in einem erbärmlichen Zustand. Die Wohnstätten hatten Holzschornsteine und die Dächer waren mit Stroh gedeckt. Neben dem herzoglichen Gut gab es im Ort noch eine Schäferei mit einem gutem Viehbestand. Das Dorf wird vom Verfasser des Werkes, Heinrich Lindner, nur als ein "Anhang zum Gut " bezeichnet. Immerhin werden 13 sogenannte Bauern erwähnt, von denen aber nur einer Pferde hatte. Die anderen hatten noch nicht einmal Schafe. Ihr Wohlstand wird aber infolge fleißigen Ackerbaus und Ankäufe auf der " Koswicker Mark " als im Zunehmen bezeichnet. Außerdem gibt es hier eine Unterförsterei und südlich des Ortes zwei Buschkrüge. Auch das westlich gelegene Vorwerk Werder gehörte damals noch zum Ort auf dem sich einige Fischerhäuser und ein kleines Pachtgut befanden. Die Buroer Dorfkirche wird als Tochterkirche des " Diakonus in Koswick " genannt.

Erst ab 1842 war es möglich, die Frondienste durch eine einmalige Abfindung zu ersetzen. Die Bauern konnten dann selbst Land kaufen oder pachten.Natürlich mußten sie über die finanziellen Mittel verfügen. Zur Zeit der Separation (Flubereinigung) geht aus den Separationsakten von Burow hervor, dass am 24. Oktober 1844 durch den Kammerbevollmächtigten Amtsrath Zuckschwerdt zu Burow und Oberförster Doebel zu Burow , die Kossathen in Burow zu informieren sind. Aus Akten vom November 1844 gehen auch die Grundstücksgrößen hervor. Wenn man peußische Quadratruthen zugrunde legt, dann ergeben sich folgende Zahlen in Hektar ( 1 ha = 10000m² od. 704,97 rheinländische Quadratruthen ).

( Die Angaben über die rheinländische Ruthe schwanken zwischen 3,76m und 3,7662 m . Die Quadratruthe wird häufig mit 14,185 m² angegeben )
Kossathen in Burow waren 1844 Größe in Quadratruthen. Größen in Hektar Anmerkungen Quelle : Separationsakten von Buro LHASA,DE; B Nr. 2.25 Bd VII
1. Andreas Murck, 13520 19.178    
2. Andreas Schwarzkopf, 4610 6.539    
3. Andreas Heinze, 9114 12.928    
4. Gottlieb Seide, 14570 20.668    
5. Andreas Held, 9680 13.731    
6. August Loth, (später Christian Hoehne) 9146 12.973    
7. Christian Pfennigsdorf vertreten duch seine Witwe, geb. Krause (aus Luko). Anmerkung: die Witwe Pfennigsdorf machte Ihre Zeichen unter die Akten. Diese drei Kreuze zeugen davon, dass sie also noch nicht Lesen und Schreiben konnte. Der Anspänner Johann Christian Pfennigsdorf heiratete am 12.11.1818 Maria Elisabeth Krause * 8.Sep.1794 aus Luko. Das war die Schwester meines Urururgroßvaters. 11174 15.850    
8. August Kracht, 13150 18.653    
9. Gottlieb Knape, 14.150 20.072    
10. August Hübner, 6660 9.447    
11. Andreas Kaehlitz, 7153 10.157    
12. Gottfried Heinze, 10129 14.368    
13. Christian Tiepelmann. 8169 11.588    
Aus den "Vermessungs- und Bonifierungsregister von den auf der Mark Burow (Buro) belegenen Grundstücke, welcher behufs Ablösung der Hutung angefertigt ist im Jahre 1844, gehen folgende Grundstücke hervor:

Herrschaftliche Grundstücke:

(118129 Quardatruthen)

entpricht, wenn man preußische Quadratrth. zugrunde legt :

167,566 ha

Gemeinschaftliche Grundstücke

(74420 Quadratruthen)

105.565 ha

Die Pfarre

(2120 Quadratruthen)

3.007 ha

Die Schule

(1850 Quadratrth)

2.624 ha

Wege und Gräben

(4104 Quadratrth)

5.822 ha

Gesamtgröße in Quadratruthen

Die Sauren

Die Sauren

      31840
 

Die tiefen Wiesen

      9200
 

Die Kuhweide

      69138

 

An der Wendemark

      14820
 

Die Blöckwiesen

      31610
 

Die Morgenländer

      63710

Der Ellenbruch

Der Ellenbruch war ein herzoglicher Forst und unterstand dem fürstl. Fiscus

        44520
Der Weidenheeger (Wiesen)

Herzoglicher Forst Fiscus

        65179
     

1864 gab es im Dorf folgende landwirtschaftliche Betriebe:

Nr. 1 - Friedrich Held

Nr.2 - Andreas Heinze (ehemalige Schulzen- und Lassgut, das also auf Widerruf verliehen wurde) 1831 wurde Andreas Heinze und 1880 Albert Heinze Eigentümer. Heute Familie Görisch.

Nr.4 - Andreas Schwarzkopf (zwischen Hübner und Seide)

Nr.5 - Dorothee Friederike Höhne, geborene Loth. Ihre Eltern waren Johann Georg Loth und Friederike Friedrich. Sie heiratete am 30.03.1845  den aus Wörpen stammenden Friedrich Christian Höhne, * 09.02.1818 in Wörpen -  20.06.1882 in Buro an der Schwindsucht, beerdigt am 23.06.1882 in Buro. Sein Eltern waren Johann Gottlieb Höhne  Johanne Elisabeth Olle aus Wörpen.

Nr.6 - Gottlieb Knape

Nr.7 - Katharina Friedrich geb. Murck

Nr.8 - Gottlieb Bethe

Nr.9 - Gottlob Kracht

Nr.10 - August Hübner

Nr.11 - Andreas Kählitz

Nr.12 - August Tiepelmann

Nr.13 - Friederike Krüger

     
     

Ausschnitt aus der zweiten Reinkarte von den Abfindungsplänen der Gemeinde zu Burow.

Die Karte zeigt die Grundstücke in der heutigen Buroer-Mittelstrasse und im Winkel aus der Zeit um 1864. Der Feldweg oberhalb des Kartenausschnittes wird mit 3 Ruthen Breite ( ca. 11,33 m ) angegeben und ist die heutige Kirschbaumreihe in Buro. Am linken Rand neben dem Grundstück "Held" ist der sogenannte Hinzenteich zu erkennen und am unteren Bildrand der Hechtteich sowie in Bildmiite der Winkelteich.

( Die gesamte Flurkarte, ist als Kopie im Bürgerhaus in Buro zu besichtigen )

     

Held:
-
heute Görisch,Wolfgang und Sohn Fred vormals Görisch, Otto * 04.07.1911, Vater des Letzteren, auch Otto Görisch, heiratete Emilie Minna Held * 08.01.1884. Emilie hatte noch drei Brüder, die jedoch schon im Kindesalter starben bzw. Totgeburten waren.  Ein Held wandert um die Jahrhundertwende  nach Texas aus.

Seide:
- heute Friedrich, Gerhard vormals Friedrich, Otto

( Diese Friedrichs entstammen nach Informationen von Günter Friedrich aus dem Gebiet um Zerbst )

Kracht:
 - heute Haude, Maik vormals Friedrich, Wilhelm

Heinze:
- heute Elß, Lisa vormals Elß, Dora geb. Heinze

(Haus um 1936 neugebaut)

Knape:
- heute Kählitz, Manfred & Sohn (Grundstück geteilt, ein Haus neugebaut)

Bethe:
- heute Fahle und Kunze, Margit (Grundstück geteilt, Stallung als Haus umgebaut)

Hübner:
- heute Hoyer, Annerose, Ehefrau des verstorbenen Winfried Hoyer. Die Mutter von Winfried war eine geb. Malter, Tochter des Hofverwalters Fridrich Malter auf der Domäne zu Buro. Friedrich Malter wurde am 7.Sep.1846 geboren.

(Haus neugebaut )

Friedrich
- heute Reinert, Gerold vormals Lehmann, Hermann (Haus neugebaut)

(Friedrich, Christiane , geb. Murk)

Kählitz:
- heute Heidenreich, Uwe & Schenke, Frank (Grundstück geteilt, zwei Häuser neugebaut)

Schwarzkopf:
- heute Schulz, Gitta vormals Schulz, Edgar und Achim. Söhne von Erna Schulz, geb. Schwarzkopf. Die Schwester von Erna, Elli, heiratete den Dorfschmied Friedrich Schünhoff.

Höhne:
- heute Hennig, Klara vormals Hennig, Otto

Tiepelmann
- heute Friedrich, Klaus vormals Friedrich, Walter

   

Krüger:
- heute Pflug, Udo vormals Pflug, Otto

Außer den Bauern wohnten 1864 noch 4 Häusler in Buro. Das waren: Andreas Murck, Gottfried Loth, Friedrich Puhlmann und Friedrich Albrecht. Dorfschulze war 1864 Friedrich Seide. Dorfschulzen in Buro waren außerdem: Lorf, Kaehlitz, Schwarzkopf und Lehmann.

Entsprechend der Verordnung vom 30.Januar 1870 erschienen am 5.11 1870 im "Schulzen-Amtes zu Burow" die Berechtigten der Holznutzungs-Servitäten ( Dienstbarkeiten) . Dabei ging es um die Ablösung der Holznutzungs-Servitäten auf den Herzoglichen Förstereien von Coswig / Anhalt , Serno, Hundeluft und Cobbelsdorf. Daraus gehen für Buro folgende Familien hervor:

( Quelle : LHASE,DE Separationsakten Buro, BNr. 75 Bd.II)

     
Stand,Vorname, Familienname Stand , Vorname , Familienname Stand , Vorname , Familienname
Häusler Andreas Murk Häusler Carl Tiepelmann Miethseinwohner Gottfried Haselopp, jetzt August Mittag
Häusler Gottlieb Ganzer Häusler Gottlieb Kaehlitz Ist nach Amerika gegangen , Martin Krause
Häusler August Heinze Häusler Christian Schulze Miethseinwohner Christian Hoehne
Häusler Gottlieb Heinze Häusler Friedrich Puhlmann jun. Miethseinwohner Christian Großkopf
Häusler Knorre Häusler Gottfried Loth Miethseinwohner August Peterling, jetzt Friedrich Rudolf
Häuser Friedrich Pfennigsdorf Häusler Friedrich Eckert Miethseinwohner Martin Krause
Häusler August Kracht Miethseinwohner Friedrich Brachwitz Miethseinwohner Friedrich Müller
Häusler Friedrich Knape Miethseinwohner Gottfried Kählitz Miethseinwohner Andreas Goerlitz
Häusler August Albrecht Miethseinwohner Friedrich Herrmann Miethseinwohner Gottfried Albrecht
Häusler Friedrich Enke Ist nach Amereika gegangen Martin ??? wsky (unleserlich ) Miethseinwohner Christian Enke, jetzt Gottfried Schuboth
Häusler Friedrich Pfennigsdorf Miethseinwohner Friedrich Ebert Häusler Friedrich Krause
Häusler Friedrich Puhlmann sen. Miethseinwohner August Schwarzkopf, vertreten durch Witwe desselben , geb. Kaehlitz Miethseinwohner August Enke ( ist weggegangen )
Häusler Christian Pfennigsdorf Miethseinwohner Gottlieb Kuhnert  
     

1899 wurde auf einer vom Knapeschen Garten abgezweigten Baustelle durch den Schäfer Walter ein Haus gebaut. ( heute Fam. Meinhardt ). Gegenüber errichtete der Gemeindebäcker Eckert ein Haus. ( heute Fam. Neute ). Als der Schankbetrieb im Winkel eingestellt wurde, übernahm man hier auch den Bierausschank. Der Gasthof " Zur Erholung " gehörte Otto Franke. Das Grundstück wurde aber durch eine Feuersbrunst zerstört. Man baute es wieder auf und dazu noch ein Gastzimmer mit Tanzsaal. Letzterer ist aber in der Inflationszeit 1921/23 durch einen Coswiger Fabrikanten erworben wurden, der seinerseits den Saal so umbaute, daß er ihn Mietern für Wohnzwecke zur Verfügung stellte. Diese Unterkünfte wurden bis in die 60-iger Jahre des 20. Jh. vermietet.

Besitzer des 1864 erbauten Hauses:

9. September 1873 Verkäufer: Bäckermeister Friedrich Eckert aus Buro. Käufer: der frühere Schlosser, jetzige Bäcker Gustav Schütze aus Klieken, jetzt in Buro.

22.September 1875 Verkäufer: Gustav Schütze. Käufer: der Schafmeister Christian Vahlteich aus Klieken.

16.Juli 1877 Verkäufer: Christian Vahlteich. Käufer: die Ehefrau des Bäckermeisters Gustav Schütze aus Buro, Wilhelmine geb. Vahlteich im  Beistande ihres genannten Ehemannes.

03. August 1882 Verkäufer: Wilhelmine Schütze, geb. Fahlteich. Käufer: Cossath Carl Hübner aus Buro.

30. September 1882 Verkäufer: Cossath Carl Hübner. Käufer: der Bahnarbeiter Franz Müller und dessen Ehefrau Friederike, geb. Müller. (Anmerkung: das waren die Großeltern von Lothar Müller aus Buro. )

2. September 1901 Verkäufer: der Gastwirt und frühere Bahnarbeiter Franz Müller und dessen Frau Friederike. Käufer: der Kellner Otto Franke aus Klieken.

Von 1949 bis 1959 Bäckerei und Gemischtwarenhandlung von Willy und Lisa Hermann.

Um 1919 erwarb das Gebäude die Firma Anhaltische Farbenwerke Dr. Augustin & Co in Coswig und seit 1977 ist das Wohnhaus in Besitz von Wolfgang und Bärbel Neute, geb. Hermann. Der Saal gehört der Gemeinde und dient heute nur noch als Lager.

Die ehemalige Gaststätte "Zur Erholung" in Buro um 1900.
Die Bäckerei und Gemischtwarenhandlung von Willy und Lisa Hermann im Jahre 1949.
     
 
Den "Gasthof zur Linde" erbaute der Gutsschäfer Schulze. Die Gastwirtschaften jener Zeit waren die " Informationszentralen des Dorfes ". Hier wurden Neuigkeiten ausgetauscht und kleine Geschäfte unkompliziert abgewickelt. Dies war jedoch in der Regel den Männern vorbehalten. Die Frauen des Ortes trafen sich zum Plausch an den Dorfpumpen beim Wasserholen oder in den Wintermonaten beim gemeinsamen " Federnreißen ".
     
Bereits 1819 hatte der Schmied Gottlieb Schulze eine Baustelle von 40 Quadratruten (567 m²) aus dem Gemüsegarten des Gutes erworben und dort eine Schmiede errichtet. Nach Gottlieb Schulze war Lehmann dort Schmied, der aber in die Wirtschaft Nr.10 in den Winkel einheiratete und Landwirt wurde. Später gehörte die Schmiede Eduard Schünhoff und danach seinem Sohn Friedrich. Südlich der Schmiede standen die alten Hirtenhäuser. Als Hirten werden genannt: 1654 Stretzel, 1671 Schweinehirt Andreas Fuchs, Kuhhirt Hans Stichelberger, 1710 Schweinehirte Christoph Dohna, Kuhhirt Friedrich Stieler und 1746 Kuhhirt Casimir Dannenberg. Das Buroer Forsthaus stand westlich der Schmiede ( heute Fam. Johannes). Den Forstschutz übten aus: 1669 Holzförster Andreas Havelack, 1672 Schulze Thomas Lorf und später Andreas Lohmann, Ordensförster Brandes und Schwager sowie die Förster Mehlitz, Revierförster Burckhart und Frenkel und Forstwart Scheller.
Das Forsthaus in Buro im Sommer 1935.
     

Im Zusammenhang mit der Separation in der Mitte des 19. Jahrhunderts mußte die Domäne Landereien an selbstädig wirtschaftende Bauern abgeben. Der Grund und Boden verringerte sich dadurch auf ungefähr 545 Hektar. Die Separation setzte in Buro um 1844 ein.

Die Buroer Bauern bewirtschafteten nun ihren eigenen Grund und Boden. Um die Arbeit auf der Domäne zu bewältigen, wurden neue Arbeitskräfte eingestellt, die nach Buro zogen. Um ausreichend Wohnraum zu schaffen, ließ der Domänenpächter Amtsrat Zuckschwerdt 1821 auf eigene Kosten zwei Dreschhäuser errichten. Erbaut wurden sie in den herrschaftlichen Kiefernwäldern. Daher der heutige Name "Kiefernweg" für diese Straße, die früher auch als Drescherreihe bezeichnet wurde. Söhne von Buroer Bauern, die sich bei anderen Bauern als Knechte verdingt hatten, siedelten sich auch hier an. 1828 erhielt der Branntweinbrenner Andreas Puhlmann eine Baustelle auf der sauren Domänenbreite zugeteilt. Ihm folgte ein Jahr später der Landarbeiter Christian Knape. Er baute dicht neben dem im Drescherhaus wohnenden Tagelöhner Lehmann auf einem Grundstück von 90 Quadratruthen. Weiterhin bauten hier Albrecht und die Witwe Niemitz. 1838 ist dem Dienstknecht August Heinze aus Göritz eine Baustelle von 80 Qudratruthen linker Hand des Weges von Buro nach Klieken neben der Schäferei Ganzer zugemessen worden. Die sogenannten Anbauer hatten jährlich einen Taler und 18 Groschen Grundzins sowie drei Groschen Höfnergeld als Abgabe zu entrichten. Außerdem mußten sie an Damm- und Wasserwachen teilnehmen. Sie waren nicht befugt, Feuerholz aus dem Forst zu holen und Vieh zu halten. 1847 baute der Bahnwärter Friedrich Pfennigsdorf sein Haus. Am 3. März 1863 haben die 13 Kossaten das ihnen gehörige Backhaus, welches an der Stelle des ehemaligen Hirtenhauses errichtet worden war, an den Kliekener Bäckermeister Friedrich Eckert für 1300 Taler veräußert.

Ab 1793 galt bei Flächenmaßen das preußische Maß. Eine Quadratruthe entsprach danach 14,185 Quadratmetern. Leider wurde das von den Ämtern nicht immer eingehalten.

Die landwirtschaftliche Arbeit auf dem "Gut" war hart und entbehrungsreich. Der Stundenlohn bei einer Arbeitszeit von zwölf bis vierzehn Stunden im Sommer betrug lediglich 18 bis 30 Pfennige. Im Winter sank der Lohn auf 9 RM pro Woche. Kinderarbeit war alltäglich und für den Unterhalt der Familie auch zwingend notwendig. Zum Gut gehörte auch ein Malzkeller und eine Brennerei, deren Schornstein um 1960 gesprengt wurde. Malzkeller, Brennereiruine, Kuhställe und Pferdeställe wurden nach 1990 abgerissen. Der Kuhstall wurde von der LPG " Hermann Hagendorf " über Jahrzehnte genutzt und erst mit der Wende 1989/90 aufgegeben.

Bereits 1841 gab es eine Eisenbahnverbindung von Berlin über Jüterbog, Wittenberg, Coswig nach Dessau. Die Teilstrecke zwischen Coswig/Anh. und Dessau wurde durch die Berlin-Anhaltische Eisenbahn-Gesellschaft (BAE) am 18.08.1841 in Betrieb genommen. Hier fanden einige Buroer Einwohner als Bahnarbeiter und Bahnwärter Arbeit, was auch zur positiven Entwicklung des Ortes beitrug. Aus dem Buroer Adreßbuch von 1897 ist ersichtlich, daß von den 76 Haushaltsvorständen in Buro 14 bei der Eisenbahn beschäftigt waren (über 18 %). In Klieken gab es zum gleichen Zeitpunkt nur einen Bahnwärter. Klieken blieb in der Beschäftigungsstruktur landwirtschaftlich geprägt. In Buro ging die Entwicklung diesbezüglich in Richtung der fortschreitenden Industriealisierung des Deutschen Reiches. Landwirtschaft war aber als Nebenerwerb und hauptsächlich für die Selbstversorgung noch unentbehrlich und das blieb noch Jahrzehnte so.

     

Ein Frachtbrief der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn vom 11.Oktober 1880. Befördert wurden 75 kg Kleider von Coswig/Anh. nach Zerbst. Empfänger war der Wollkämmerer Friedrich Wenzel aus Eichholz bei Zerbst. Die gesamten Frachtkosten betrugen 45 Pfennige. Der Absender war Friedrich Quindt.

Ein typisches Bild. Der Arbeiter F. Neute mit Esel.( um1930 )